Das Experteninterview mit Dr. Wolf über K2
Dr. Jürgen Wolf ist Chemiker und forscht seit Jahren auf dem Gebiet rund um Vitamin K2 und dessen positive Auswirkungen auf Knochen und Gefäße. Im Interview erklärt er die Vorteile und Funktionen im Körper.
Autor: Dr. Jürgen Wolf

Vitamin K2 – der unterschätzte Allrounder

Dr. Jürgen Wolf ist Chemiker und forscht seit Jahren auf dem Gebiet rund um Vitamin K2 und dessen positive Auswirkungen auf Knochen und Gefäße. Im Interview erklärt er die Vorteile und Funktionen im Körper.

 

 

Herr Wolf, was ist das Besondere an Vitamin K2?

Vitamin K kommt in zwei natürlichen Formen vor: Vitamin K1 und K2.
Beide aktivieren Gerinnungsfaktoren, ohne die sie sich nicht an Kalzium binden könnten, was für die Blutgerinnung erforderlich ist.

Was ist der Unterschied zwischen den Beiden?

Vitamin K1 wird fast ausschließlich in die Leber transportiert und dort gespeichert, während Vitamin K2 in verschiedenen Geweben im Körper, einschließlich der Knochen und Blutgefäße gespeichert wird. Außerdem bleibt K1 nach der Aufnahme nur in etwa ein bis zwei Stunden im Blut, während K2 mehrere Tage im Körper aktiv bleiben kann.

Was sind die Funktionen von Vitamin K2 im Körper?

Es spielt eine maßgebliche Rolle für die Knochengesundheit, denn es sorgt für einen sicheren und korrekten Kalziumtransport durch den Körper. Vitamin K2 aktiviert GLA-Proteine, damit Kalzium dorthin transportiert wird, wo es benötigt wird, in Knochen und Zähne. Außerdem aktiviert es das Protein Osteocalcin. Dies wird in den knochenbildenden Zellen produziert und spielt eine zentrale Rolle im Knochenstoffwechsel. Es bindet Kalzium und lagert es im Knochen ein. Dadurch werden Knochen stabilisiert und die Knochendichte erhöht.

Gibt es weitere positive Eigenschaften?

Es schützt das Herz-Kreislauf-System. Während Vitamin K1 direkt auf die Blutgerinnung wirkt, sorgt Vitamin K2 dafür, dass überschüssiges Kalzium nicht in den Arterien abgelagert wird. Damit wird Atherosklerose vorgebeugt und für eine verbesserte Durchblutung gesorgt.

Was können die Folgen eines Mangels sein?

Es entsteht ein erhöhtes Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche und es kann zu einer verzögerten Heilung bei Verletzungen und Brüchen kommen. Weiters kann es zu Kalziumablagerungen in den Gelenken kommen, die sich in der Folge entzünden können. Auch zu Gefäßablagerungen in Weichteilen und Geweben kommen und sich dadurch Gefäße verengen.

Wie hoch ist der Bedarf an Vitamin K2?

Es gibt zunehmend Hinweise dafür, dass der empfohlene Vitamin-K-Bedarf durch eine normale Ernährung nicht ausreicht und deshalb eine Supplementierung sinnvoll ist.1 Es gibt keine expliziten Referenzwerte, da die Mengen meist für Vitamin K1 und K2 in Summe angegeben werden. Eine Studie aus Texas zeigte, dass eine tägliche Einnahme von Vitamin K2 über 8 Wochen, in den ersten 4 Wochen 320 µg und anschließend 160 µg, zu einer Steigerung der Leistung beim Sport um 12 Prozent führte.2 Die Mengen, die darüber hinaus nicht benötigt werden, scheidet der Körper problemlos aus.

Warum ist es vorteilhaft Vitamin K2 und D3 gleichzeitig einzunehmen?

Vitamin K2 wirkt optimal in Kombination mit Vitamin D3. Vitamin D3 fördert die Kalziumaufnahme im Darm, während Vitamin K2 das Kalzium gezielt in die Knochen transportiert. Beide Vitamine wirken als Dynamisches Duo auf den Knochenstoffwechsel, da sie den Knochenaufbau fördern und den Knochenabbau hemmen.

 

Für Sie zur Information, bzgl. Den Aussagen zu den Referenzwerten, wir können diese Quellen aber nicht abdrucken.

1 Theuwissen E. et al., Vitamin K-status in healthy volunteers. Food Funct, 2014; 5(2):229-234.
2 Brian K. et al., ALTERNATIVE THERAPIES, JUL/AUG 2017 VOL. 23 NO. 4

 

Experte
Dr. Jürgen Wolf
Chemiker